Andrea spricht jetzt auch Österreichisch – Notizen zum Workshop „Die synchrone KI-Mission“

Am 17. April 2026 fand der ein weiterer Online-Workshop unserer „synchronen KI-Mission“ statt – ein Online-Seminar der ARGE Bildungshäuser Österreich in Kooperation mit Milenu, im Rahmen unseres Erasmus+-Projekts Real-Time AI for Adult Education. Dreizehn Teilnehmende aus österreichischen Bildungshäusern und externen Einrichtungen ließen sich auf zweieinhalb Stunden Experimentierfeld ein, in dem Künstliche Intelligenz nicht vor oder nach, sondern während der Veranstaltung produktiv mitwirken sollte.

Was bleibt nach diesem Vormittag? Vor allem ein Bild – und das hat einen Namen.

Andrea, vibe-gecodet im Google AI Studio

Den stärksten Eindruck hinterließ bei mir und offenbar auch bei vielen Teilnehmenden eine Audio-Assistentin namens Andrea. Ich hatte sie im Vorfeld in wenigen Minuten im Google AI Studio gebaut – nicht durch klassisches Programmieren, sondern durch das, was inzwischen als „Vibe Coding“ bezeichnet wird: in natürlicher Sprache beschreiben, was das System können soll, und so lange feinjustieren, bis das Verhalten passt.

Andrea hörte still mit, bis sie angesprochen wurde. Auf Zuruf konnte sie die Wetterprognose fürs österreichische Wochenende abrufen, „Vibe Coding“ verständlich erklären, und – das war der Moment, an dem Florian ein echtes Forschungsinteresse einbrachte – eine brauchbare Forschungsfrage samt Hypothese formulieren. Bianca brachte es im Chat auf den Punkt: „Ich liebe es.“

Was ich bei der Vorbereitung noch nicht wusste: Mit der neuen Realtime-API von Google wird das, was wir mit Andrea gezeigt haben, noch eine Stufe natürlicher. Die Latenz sinkt, der Sprachfluss wird fließend – und, das ist für unseren Kontext besonders relevant: Sie erfasst und reproduziert mittlerweile auch österreichische Dialektfärbungen verlässlich. Eine Co-Moderatorin, die nicht klingt wie aus dem Nachrichtenstudio, sondern wie aus der Region, in der das Seminar stattfindet, verändert die Akzeptanzschwelle deutlich. Das ist mehr als Kosmetik – das ist Zugehörigkeit.

Was sonst noch lief

Andrea war der Höhepunkt, aber nicht der einzige Anker. Wir haben uns durch den Zoom AI Companion gearbeitet (mit einer schönen Petra-Frage „Wird es eine Pause geben?“ – Antwort: korrekt), das Zoom-Whiteboard live eine Mindmap des bisherigen Verlaufs zeichnen lassen, und mit Google NotebookLM Protokoll, Sketchnote-Infografik, Präsentation und einen Podcast aus dem laufenden Online-Seminar auf Basis des Transkripts erzeugt. Petras spontaner Kommentar zur generierten Präsentation – sinngemäß „besser pointiert als der Workshop selbst“ – war einer dieser ehrlichen Momente, die zeigen, wo wir didaktisch nachschärfen müssen.

Ein passiver ElevenLabs-Agent namens Thorsten zeigte, wie schwer es ist, einer KI verlässlich beizubringen, still zu sein (er war es meistens, aber nicht immer). Und zum Abschluss vertonte Suno einen aus dem Transkript generierten Liedtext mit meiner aus 30 Sekunden geklonten Stimme. Gabys Kommentar dazu blieb hängen: „Ich hab nicht gewusst, dass du so gut singen kannst.“ Tu ich auch nicht 😉

Was die Gruppe zurückspielt

Das Feedback zum Workshop war ungewöhnlich klar. Sieben von neun Rückmeldungen vergaben die Höchstnote 10 von 10, sechs sprachen davon, dass die Erwartungen „übertroffen“ wurden. Ein Teilnehmer schrieb: „Der passive Meeting Agent – Andrea war großartig! Google Notebook.“ Eine andere Stimme: „Es ist so viel mehr möglich als man weiss.“ Und mehrfach kam der Wunsch nach Vertiefung – zu NotebookLM, zu lokal betriebener KI, zu mehr Übungs-Zeit.

Ebenso präsent waren die kritischen Linien. Gabriele brachte gegen Ende die Frage ein, die das ganze Seminar im Rückblick rahmte: Wo werden die entstehenden Daten gespeichert, wie gläsern werden Personen und Organisationen, und was passiert, wenn sich politische Konstellationen ändern? Genau für diese Frage steht unsere Anbindung an EU-gehostete Anonymisierungsdienste wie anymize – und das wachsende Interesse an lokal betriebener KI z.B. über LM Studio.

Wie es weitergeht

Aktuelle Termine zu weiteren Veranstaltungen im Projekt Real-Time AI for Adult Education – findet ihr laufend aktualisiert auf der Milenu-Termineübersicht: milenu.at/termine.

Wer das vollständige Protokoll lesen und Ergebnisse einsehen will, findet diese unter https://padlet.com/david10/arge_apr2026

Ein herzlicher Dank an Gaby Filzmoser, Petra König und Bianca Baumgartner von der ARGE BHÖ für die Kooperation – und an alle, die sich auf das Experiment eingelassen haben.

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