Krone-Leser als Reporter

So funktioniert partizipativer Journalismus bei der Kronen-Zeitung.

Ob Außergewöhnliches oder Seltsames, ob Kriminelles oder Skurriles: Einfach Foto machen und an die „Krone“ senden! Wir machen unsere Leser zu Reportern!

So könnten Menschen, die bei Unfällen verpflichtet wären zu helfen, möglicherweise lediglich zu FotografInnen des Geschehens werden. Gefragt ist nicht Meinung oder Kommentar sondern „Außergewöhnliches oder Seltsames, ob Kriminelles oder Skurriles“.

Darüber hinaus wird auch jede medienrechtliche Verantwortung auf die „Leserreporter“ überwälzt: „Jeder User haftet in vollem Umfang für die rechtliche Unbedenklichkeit des von ihm erstellten und/oder verbreiteten Contents.“

4 Comments

  1. Der Palaver startete in Österreich am 2. Juni mit der ersten Ausgabe. Das Besonder am Palaver ist, daß diese Zeitung ausschließlich aus Leserbeiträgen und Kommentaren besteht. Über das Portal kann der User Beiträge direkt in die Datenbank des Palaver schreiben und, soweit rechtlich und grammatikalisch unbedenklich, sich selbst dann im Printmedium österreichweit lesen.

    Das Team um den Palaver verwendete als erster den Slogan „Seien Sie unser Reporter!“. Aber der Palaver ist nicht ein tagesaktuelles Medium, wir sind gar nicht daran interessiert, brennende Autos, zerstückelte Unfallopfer oder aus dem Haus schlagende Flammen zu drucken. Wir sind vielmehr an den Meinungen und Kommentaren der Österreicher zu den Themen interessiert, die jeden von uns bewegen.

    Wir wollen keine Leser, wie inzwischen viele andere Tageszeitungen, dazu degradieren, uns mediengeile Photos zu senden, sondern jene, die sich über alle möglichen Themen ihre Gedanken machen und das anderen Leuten mitteilen wollen. In Blogs und Foren erreicht man mit ein bischen Glück eine Gruppe von 50 Leuten. Mit dem Palaver Tausende in ganz Österreich.

    Wie gesagt, den Slogan haben uns die Großen abgekupfert und sie setzten noch eins drauf! Sie bieten Geld für unterlassene Hilfeleistung und fördern, daß bereits beim kleinsten Anlass in der Öffentlichkeit auf den Auslöser gedrückt wird. Wenn das dann Journalismus sein soll, mir solls recht sein. Wir werden am Beispiel Natascha Kampusch sehen, wie der professionelle Journalismus mit dieser Causa umgeht. Ich bin der Meinung, nicht viel anders, als die Freeshot-Journalisten, also geldgierig und nur an der Auflagenzahlerhöhung interessiert.

    lg
    Rainer Kerngast
    http://www.palaver.at

  2. Sehr geehrter Herr Röthler!

    Den Palaver als Musterbeispiel herauszukehren, war nie meine Absicht. Dazu hat das Team um den Palaver zugegebenermaßen zuwenig Erfahrung in der Medienbranche.

    Die Wahl zum „Mädchen der Woche“ dient lediglich als Auflockerung unseres Mediums. In der heutigen Zeit etwas völlig normales in einem öffentlichen Medium, wo alle möglichen und unmöglichen „Wahlen“ und „Abstimmungen“ durchgeführt werden.

    Daraus eine Disqualifikation abzuleiten, erscheint mir erschreckend naiv zu sein. Ich hatte mir, gerade von Ihnen, etwas mehr Kompetenz und Weitblick erwartet. Eine nähere Auseinandersetzung mit dem Palaver und seinen Zielen wäre für eine Beurteilung besser gewesen, als einen „flüchtigen medialen Hüftschuss“ abzugeben.

    Zu der anderen Reaktion sei gesagt: wir stehen keinem österreichischen Verlag nahe bzw. ist irgendein Verlag an uns beteiligt.

    Mit freundlichen Grüßen

    Rainer Kerngast
    http://www.palaver.at
    redaktion@palaver.at

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