Unheimlich: Nokia Sports Tracker

Heute habe ich mein neues Mobiltelefon ausprobiert: Nokia N82. Ich wollte einfach wissen, was der aktuelle Stand der Technik ist. Neben einer sehr guten Foto- und Videokamera hat das „Telefon“ (ist das noch ein Telefon?) auch GPS eingebaut. Funktioniert gut und es ist nett damit Fotos auf flickr „geo“ zu „taggen“ oder mit Google Maps den aktuellen Standort zu bestimmen.

Unheimlich ist eine Anwendung, die Nokia bereitstellt. Der Sports Tracker erlaubt es, Wegstrecken aufzuzeichnen und zu analysieren und zeigt damit das Potential von GPS ganz deutlich. Meine abendliche Jogging-Runde war innerhalb von Sekunden online. Ich möchte zu später Stunde gar nicht daran denken, was damit alles gemacht werden könnte. Überwachung von Kindern, PartnerInnen, SeniorInnen; Entdecken von TemposünderInnen; Monitoring meines Gesundheitszustands durch die Krankenversicherung; Social Tracking (insbesondere aus der Verknüpfung von mehreren NutzerInnenprofilen).

Ja, GPS ist nicht neu und alle Anwendungsmöglichkeiten sind schon lange bekannt. Dennoch ist diese Form der „Demokratisierung“ (in kurzer Zeit wird GPS zur Standardausstattung von Mobiltelefonen gehören) beängstigend.

6 Comments

  1. hannes

    unglaublich, welche bekloppten verschwörungstheorien man anhand des nst von nokia aushecken kann. wie traurig. ob man ein gps-gerät mitschleppt oder nicht ist ja wohl jedermanns eigene entscheidung.
    aber wenn man abends langeweile hat und glaubt man wäre der anerkannte gesellschafftsanalytiker…

  2. David

    Paranoia! Ein GPS EMPFÄNGER kann nur die aktuelle Position bestimmen – dem Satellit ist es ziemlich egal wieviele empfänger die daten nutzen die er aussendet. der kriegt das gar nicht da die leistung eines handys wohl zu schwach wäre um mit dem satelliten kontakt aufzunehmen. anders ist das bei handymasten – auf die aber JEDES Handy zugreift.

    also wenn schon paranoid dann bitte richtig!

  3. David Röthler

    @david nein. angst hatte ich nicht. immerhin habe ich ja meine standort-daten freiwillig gleich wieder ins netz geschickt.

  4. irgendwer@irgendwo

    @alle vor mir

    Zu viel Paranoia ist gaga, ein bisschen Paranoia tut aber ganz gut. Natürlich kann der GPS-Satellit den Logger nicht orten. Wer aber seine Tracks online hoch lädt – und genau dafür ist die Software da – der sorgt eben selber dafür. Dort liegen alle Daten schön zentral auf einem Server bei einem Anbieter und sind 1A den entsprechenden Benutzeraccounts zuordbar. Sollten dies genügend Menschen tun, kann ich mir schon vorstellen, dass der ein oder andere – ansonsten bei einer Krankenkasse angestellte – Statistiker daran Interesse hat.
    Daten fließen überall und mehr als man denkt und wo Interesse dran besteht, das bekommt man auch. Ist nur eine Frage des Geldes.

  5. fraddel

    was für ein käse! Man muss doch seine Daten nicht hochladen. Man kann NST auch einfach zur Vermessung seiner Laufstrecken verwenden und die Daten lokal auswerten.
    Wer diese Daten veröffentlicht, ist selber schuld…

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